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Kunst für alle

 

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Die Ausstellung „Kunst für alle“ versucht zu reflektieren, wo, wie und warum wir uns mit Kunstwerken umgeben.

Seit der Erfindung der Fotografie ist es ein Leichtes, berühmte oder weniger bekannte Kunstwerke zu reproduzieren und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die eventuell das Originalwerk nie zu Gesicht bekommen hat. Reproduktionen kursieren nicht nur mit dem Ziel der Information über kulturelle Leistungen zum Beispiel in Büchern, Katalogen oder Dokumentationsfilmen, die mit der Zeit einen bildungsbürgerlichen Kanon der Bilder, die „man kennen sollte“, herausbildeten.
Kunstwerke werden in unserer bilderhungrigen, gleichzeitig bildübersättigten Zeit - für die neuerdings mit dem Begriff „iconic turn“ der Wandel vom Text zum Bild als vorrangiges Informationsmedium beschrieben wurde - als „Rohmaterial“ zu verschiedensten Zwecken eingesetzt: Sie dienen der Dekoration von Gebrauchsgegenständen ebenso, wie sie in der Werbung zum Einsatz kommen. Sie werden zur Illustration passender Lebensanschauungen ebenso herangezogen, wie sie auch ironisch-witzig verfremdet oder versatzstückartig zitiert werden können.
Diesem reproduzierenden „Gebrauch“ von Kunstwerken, seinen Hintergründen, Motiven, und Konsequenzen, widmet sich die Ausstellung mit dem leicht ironischen Titel „Kunst für alle“: Sie will aufzeigen, mit wie viel reproduzierter Kunst wir uns tagtäglich konfrontiert sehen, oft ohne es uns bewusst zu machen.
Sie fragt nach den Motiven für die Auswahl bestimmter Kunstwerke zur Anwendung in neuen Zusammenhängen.
Sie verdeutlicht einen „Kanon“ von allgemein akzeptierten Kunstwerken und fragt nach dessen Kriterien.
Sei fragt nach den Konsequenzen für den einzelnen Käufer oder Konsumenten aber auch für die gängige Kunst-Rezeption im Allgemeinen.